Künstliche Befruchtung in einem anderen Land der EU

  Aktualisiert am  20 March 2026

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Paare aus Deutschland sich für eine künstliche Befruchtung im EU-Ausland entscheiden. Niedrigere Kosten, eine besondere Spezialisierung einer ausländischen Kinderwunschklinik oder ein schnellerer Termin können die Entscheidung für eine Behandlung außerhalb von Deutschland beeinflussen.

Was ist eine künstliche Befruchtung?

Die künstliche Befruchtung, auch assistierte Reproduktion genannt, ist eine medizinische Behandlung, die eine Schwangerschaft herbeiführen kann, wenn diese nicht auf natürlichem Wege möglich ist.

Manche Behandlungsmethoden sind in Deutschland verbotenen, aber in anderen Ländern erlaubt, zum Beispiel die Eizellspende. Welche Kinderwunschbehandlung für unverheiratete Paare, Solo-Mütter, homosexuelle Mütter oder ältere Wunsch-Eltern in welchem europäischen Land angeboten werden, unterscheidet sich stark. So werden von Kliniken in Polen und Tschechien beispielsweise nur heterosexuelle Paare behandelt. In Frankreich ist die künstliche Befruchtung seit 2021 auch für ledige Frauen und gleichgeschlechtliche weibliche Paare erlaubt. Deutsche Wunsch-Eltern reisen für eine künstliche Befruchtung häufig nach Spanien, Tschechien, Griechenland und Dänemark.

Eine Kinderwunschbehandlung ist eine Herausforderung für die Wunsch-Eltern. Sie erfordert psychische, physische und materielle Ressourcen. Vor allem, wenn die Behandlung nicht im Heimatland geplant ist. Wunsch-Eltern brauchen oft viel Zeit, um herauszufinden, welche Möglichkeit zur künstlichen Befruchtung in welcher ausländischen Klinik für sie in Frage kommt. Je nach Art und Dauer der Behandlung, kommen unterschiedlich hohe Kosten auf die Patientinnen und Patienten zu.

Porträt einer jungen schwangeren Frau, die während der Beratung mit einer Gynäkologin in einer modernen Kinderwunschklinik glücklich lächelt.
Die Sprechstunde der Gynäkologin im Ausland ist auf Englisch.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Nicht alle Behandlungsmethoden werden in jedem Land angeboten. In Deutschland und Europa werden unter anderem folgende Behandlungen durchgeführt:

  • Die Intrauterine Insemination (IUI) : Übertragung der Samen des Partners (homologe Insemination) oder eines registrierten Samenspenders (heterologe Insemination) in die Gebärmutter mit Hilfe eines Katheters.
  • Die In-Vitro-Fertilisation, kurz IVF: Vermischung von Eizellen und Spermien in einem Reagenzglas.
  • Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI: direkte Injektion einer Samenzelle in eine Eizelle.
  • Die Testikuläre Spermienextraktion, sogenannte TESE, und die Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration, kurz MESA: operative Entnahme des Spermas direkt aus den Hoden (TESE)- oder aus den Nebenhoden (MESA). Im Anschluss wird eine ICSI durchgeführt.
  • Das Kryokonservierung: Einfrieren von Hodengewebe, Spermien und (in begrenztem Umfang auch von befruchteten) Eizellen
  • Der intratubare Gametentransfer, sog. GIFT: die Ei- und Samenzellen in den Eileiter übertragen.

In Deutschland verbotene Behandlungen sind unter anderem:

  • Die Eizellspende
  • Die Leihmutterschaft
  • Die Embryoselektion
Bildunterschrift (nicht zu verwechseln mit Alt-Text)

Die Hormonbehandlung vor der künstlichen Befruchtung im Ausland

Die Hormonbehandlung soll die Chance, schwanger zu werden, erhöhen. Sie kann ohne anschließende künstliche Befruchtung vorgenommen werden. Frauen lassen sich vor einer IVF oder ICSI meistens hormonell behandeln.

Häufige Gründe für die Durchführung der Hormonbehandlung im Ausland sind niedrigere Behandlungs- und Medikamentenkosten sowie die bessere Verfügbarkeit verschiedener Behandlungsmethoden zur anschließenden künstlichen Befruchtung. Dies ist insbesondere für Patientinnen interessant, deren Behandlung zum Beispiel aufgrund ihres Alters oder bereits durchlaufener, erfolgloser Kinderwunschbehandlungen nicht (mehr) von der Krankenkasse übernommen wird.

Oft bieten ausländische Kliniken ein erstes, kostenloses Beratungsgespräch online an. Bei den meisten Kliniken im Ausland ist ein Erstgespräch sehr kurzfristig möglich. Einige fordern hierfür bereits bestimmte Untersuchungsergebnisse, wie etwa ein Hormonprofil, das schon in Deutschland erstellt wurde. Erkundigen Sie sich am besten direkt bei der Klinik, welche medizinischen Befunde benötigt werden und was es kosten würde, die Untersuchungen vor Ort durchführen zulassen.

Eine Analyse der weiblichen Hormone per Bluttest kostet zwischen 100 und 200 Euro in Deutschland, rund 100 Euro in Spanien oder etwa 200 Euro in Belgien.

Nach regelmäßiger Prüfung des Zyklus und nach Untersuchungen der Eibläschen und Gebärmutterschleimhaut erhält die Patientin Hormone in Form von Tabletten oder Spritzen, welche sie selbstständig täglich einnimmt. Wie lange die Einnahme von Hormonen vor und nach einer künstlichen Befruchtung sinnvoll ist, auch unter der Berücksichtigung der körperlichen und seelischen Auswirkungen, wird von Land zu Land sehr unterschiedlich bewertet.

Eine Kooperation zwischen deutschen Gynäkologen und Kliniken im Ausland für die Hormonbehandlung wird nach den uns übermittelten Informationen verschiedener Kliniken nicht angeboten. Die Untersuchungsergebnisse müssen von Patienten selbst an die Klink geschickt werden.

Die Hormonbehandlung vor der künstlichen Befruchtung im Ausland

Die Hormonbehandlung soll die Chance, schwanger zu werden, erhöhen. Sie kann ohne anschließende künstliche Befruchtung vorgenommen werden. Frauen lassen sich vor einer IVF oder ICSI meistens hormonell behandeln.

Häufige Gründe für die Durchführung der Hormonbehandlung im Ausland sind niedrigere Behandlungs- und Medikamentenkosten sowie die bessere Verfügbarkeit verschiedener Behandlungsmethoden zur anschließenden künstlichen Befruchtung. Dies ist insbesondere für Patientinnen interessant, deren Behandlung zum Beispiel aufgrund ihres Alters oder bereits durchlaufener, erfolgloser Kinderwunschbehandlungen nicht (mehr) von der Krankenkasse übernommen wird.

Oft bieten ausländische Kliniken ein erstes, kostenloses Beratungsgespräch online an. Bei den meisten Kliniken im Ausland ist ein Erstgespräch sehr kurzfristig möglich. Einige fordern hierfür bereits bestimmte Untersuchungsergebnisse, wie etwa ein Hormonprofil, das schon in Deutschland erstellt wurde. Erkundigen Sie sich am besten direkt bei der Klinik, welche medizinischen Befunde benötigt werden und was es kosten würde, die Untersuchungen vor Ort durchführen zulassen.

Eine Analyse der weiblichen Hormone per Bluttest kostet zwischen 100 und 200 Euro in Deutschland, rund 100 Euro in Spanien oder etwa 200 Euro in Belgien.

Nach regelmäßiger Prüfung des Zyklus und nach Untersuchungen der Eibläschen und Gebärmutterschleimhaut erhält die Patientin Hormone in Form von Tabletten oder Spritzen, welche sie selbstständig täglich einnimmt. Wie lange die Einnahme von Hormonen vor und nach einer künstlichen Befruchtung sinnvoll ist, auch unter der Berücksichtigung der körperlichen und seelischen Auswirkungen, wird von Land zu Land sehr unterschiedlich bewertet.

Eine Kooperation zwischen deutschen Gynäkologen und Kliniken im Ausland für die Hormonbehandlung wird nach den uns übermittelten Informationen verschiedener Kliniken nicht angeboten. Die Untersuchungsergebnisse müssen von Patienten selbst an die Klink geschickt werden.

So läuft eine künstliche Befruchtung per IVF oder ICSI im Ausland ab

Die gesamte Behandlung dauert etwa 3-4 Wochen (gegebenenfalls zuzüglich der 8-15 Tage für eine Hormonbehandlung), wobei dies individuell und nach Zyklus variieren kann.

Einige Voruntersuchungen können beim deutschen Gynäkologen gemacht werden, z.B. die Erstellung eines Hormonprofils und die Durchführung eines Bluttests.

Die Patienten haben dann die Wahl, ob sie über die gesamte Behandlungsdauer im Ausland bleiben oder lieber mehrfach anreisen.

Welche Art der künstlichen Befruchtung in Betracht kommt, muss mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden.

Warum wählen deutsche Wunsch-Eltern eine Kinderwunschbehandlung im Ausland?

Vielleicht klingt das Angebot der ausländischen Kinderwunschklinik einfach sehr vielversprechend. Eine künstliche Befruchtung ist sowohl in Deutschland als auch im Ausland eine kostspielige medizinische Behandlung. Einige Wunsch-Eltern wählen eine europäische Klinik in einem Nachbarland, weil es dort günstiger ist. Andere möchten Leistungen in Anspruch nehmen, die es in Deutschland nicht gibt, wie zum Beispiel eine Eizellspende.

Die künstliche Befruchtung kann im Ausland günstiger sein

Einige Wunsch-Eltern sehen sich aus Kostengründen nach einer günstigeren Behandlung im Ausland um. Denn die gesetzlichen Krankenkassen beschränken die Kostenübernahme für eine künstliche Befruchtung auf einen bestimmten Patientenkreis. Außerdem werden nicht beliebig viele Versuche, schwanger zu werden, gestattet. Leistungen durch die Krankenkasse sind unter anderem abhängig vom Alter der Wunsch-Eltern und heterosexuellen, verheirateten Paaren vorbehalten. Daher müssen Wunsch-Eltern, welche diese Voraussetzungen nicht erfüllen, die Kosten der Behandlung privat tragen.

Heterosexuelle verheiratete aber auch unverheiratete Paare in Deutschland können eine Förderung beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beantragen, wenn sich auch das Bundesland, in dem sie wohnen, an dem Förderprogramm beteiligt. Diese Möglichkeit besteht derzeit in Berlin auch für weibliche gleichgeschlechtliche Paare. Das Bundesministerium stellt auf seinem Informationsportal zum Thema Kinderwunsch einen Förder-Check zur Verfügung.

Sofern es eine finanzielle Unterstützung durch den Bund und das Bundesland gibt, haben Wunsch-Eltern dennoch mindestens 50% der Behandlungskosten zu tragen. Zudem existiert derzeit noch kein Förderprogramm für alleinstehende Frauen.

Wie hoch sind die Behandlungskosten im EU-Ausland?

Die Kosten für eine künstliche Befruchtung variieren je nach Land, Klinik und Methode zur künstlichen Befruchtung.

Eine Intrauterine Insemination kostet in einer Klinik in Tschechien laut eigener Auskunft 400 Euro, bei einer niederländischen Klinik dagegen 1.300 Euro.

Die Kosten für eine IVF-Behandlung mit eigenen Eizellen variieren zwischen 5.100 Euro in Spanien und 3.400 Euro in den Niederlanden. Bei IVF mit Eizellspende sind die Kosten höher (ab ca. 4.000 Euro in Polen, 6.000 Euro in Tschechien).

Die Preise der Kliniken sind oft schwer zu vergleichen, weil sie unterschiedliche Leistungspakete anbieten. Zu beachten ist, dass Reise-, Unterkunftskosten und Medikamente nicht in diesen Preisangaben berücksichtigt sind.

Die Kosten sollten nicht alleiniger Faktor für eine Entscheidung zur künstlichen Befruchtung in einem bestimmten Land sein. Ausschlaggebend sind auch die rechtlichen Bestimmungen vor Ort sowie das Behandlungsangebot. Spanische Kliniken spezialisieren sich zum Beispiel auf die Behandlung von Transgender-Paaren.

Ausländische Kliniken werben mit hohen Erfolgsquoten

Manche Kliniken werben mit besonders hohen Erfolgsquoten, so z. B. über 50 Prozent für eine Schwangerschaft nach einer IVF-Behandlung in Litauen oder etwa 45 Prozent in Nord-Mazedonien (gegenüber ca. 26,6 % Prozent in Deutschland – Stand 2019).  Einige Kliniken in Tschechien haben nach einer künstlichen Befruchtung mit Hilfe einer Eizellspende eine Erfolgsquote von über 60 Prozent.

Die Erfolgsquote hängt jedoch auch davon ab, welche Patientinnen und Patienten die künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen. Je älter die Patientinnen sind, desto weniger wahrscheinlich ist eine erfolgreiche Schwangerschaft. Außerdem kann eine Klinik eine Kinderwunsch-Behandlung als Erfolg werten, die zwar zu einer Schwangerschaft, aber nicht zu einer Lebendgeburt führt. Auch von der Klinik bevorzugt angebotene Behandlungsmethoden können sich auf die Erfolgsquote auswirken, ohne sie ins Verhältnis zu medizinischen Risiken zu setzen.

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