CO2-Kompensation beim Flug: Alles was Sie wissen müssen

  Aktualisiert am  19 March 2026

Im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln ist das Fliegen sehr umweltbelastend. Wenn Sie auf einen Flug jedoch nicht verzichten können, sollten Sie über eine CO₂-Kompensation nachdenken. Wir geben Ihnen einen Überblick über Angebote und zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren ökologischen Fußabdruck verbessern wollen.

Was ist eine CO2-Kompensation?

Eine CO2-Kompensation ermöglicht Ihnen, die Emissionen, die durch Ihren Flug verursacht werden, wieder auszugleichen.

Kompensation bedeutet, dass an anderer Stelle dieselbe Menge CO₂ eingespart wird, in der Regel durch Klimaprojekte. Dabei geht es meistens um:

  • Die Förderung erneuerbarer Energien: z. B. der Bau von Windenergie- und Solarkraftwerken oder Biogasanlagen.
  • Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz: z. B. effizientere Öfen oder verbesserte Müllverwertung in Entwicklungsländern.
  • Die Aufforstung von Wäldern oder der Schutz von Mooren.

Genauere Informationen zu den einzelnen Klimaschutzprojekten gibt’s auf den Webseiten der jeweiligen Anbieter von CO₂-Kompensation. Hier finden sich meist auch Informationen und Nachweise zu den zertifizierten Projekten.

Grafik, die ein Flugzeug und einen Baum zeigt und durch Pfeile den Wirkungsmechanismus der CO2-Kompensation beschreibt.
Mit der CO₂-Kompensation können Sie die durch den Flug verursachten Emissionen wieder ausgleichen.

CO2 ausgleichen – wie gehe ich da vor?

Zunächst muss die Menge der Emissionen Ihres Fluges berechnet werden. Hierfür verwenden Sie am besten einen CO₂-Rechner. Diesen bieten viele Fluggesellschaften und Kompensationsdienstleister an.

Beispiel: Emissionsberechnung von atmosfair

Dann kaufen Sie bei dem Anbieter ein Verschmutzungsrecht – häufig als Zertifikat bezeichnet oder einfach Kompensationsbeitrag.

Den Kauf können Sie auf der jeweiligen Webseite erledigen.

Für einen Hin- und Rückflug ohne Zwischenstopp von Berlin nach Barcelona für eine Person beträgt der CO₂-Ausstoß etwa eine Tonne.

Je nach Anbieter liegt die Höhe der Spende zwischen 1 und 24 Euro.

Diese kommen dem Klimaprojekt des jeweiligen Anbieters zugute, wodurch Kohlendioxid eingespart wird.

Häufig können Sie zwischen verschiedenen Klimaprojekten wählen.

Nachdem Sie die Kompensationszahlung geleistet haben, erhalten Sie ein Dokument, in dem die Höhe Ihrer CO₂-Kompensation bestätigt wird.

Es muss nicht immer der Flug sein

Eine Kompensation ist immer nur die zweitbeste Lösung, da jeder Flug der Umwelt schadet.

Flugzeuge stoßen nämlich nicht nur Kohlendioxid aus, sondern auch Stickoxide, Rußpartikel, Aerosole und Wasserdampf, wodurch die Atmosphäre zusätzlich erwärmt wird.

Umweltschonender ist es, wenn Sie mit der Bahn oder mit dem Fernbus reisen.

Häufige Fragen zum CO2-Ausgleich beim Fliegen

Video: Freiwillige CO2-Kompensation bei Flügen

Video schauen

Worauf muss ich bei der freiwilligen CO2-Kompensation achten?

Sie sollten Geld für einen CO₂-Ausgleich nur an seriöse Kompensationsdienstleister zahlen.

Schließlich wollen Sie sicher sein, dass das Kohlendioxid Ihres Fluges auch wirklich kompensiert wird und die Zahlung dort ankommt, wo sie ankommen soll.

Werfen Sie also einen genauen Blick auf die Internetseite des Anbieters der Kompensation.

Die folgende Checkliste gibt Ihnen Anhaltspunkte, wie Sie seriöse von unseriösen Anbietern unterscheiden können.

Checkliste: Flugemissionen ausgleichen

  • Es wird klar und verständlich zu den Klimaschutzprojekten informiert, die mit Ihren Zahlungen unterstützt werden.
  • Sie werden darüber aufgeklärt, dass die Vermeidung von Emissionen am wichtigsten ist und der Umwelt am wenigsten schadet. Nach dem Prinzip „Vermeiden-verringern-kompensieren“.
  • Es werden detaillierte Informationen zum Flug abgefragt (Startflughafen, Zielflughafen, Zwischenstopps, Flugzeugtyp). Nur so kann die Menge der Kohlendioxid-Emissionen korrekt berechnet werden.
  • Achten Sie auf Standards / Gütesiegel. Wenn es etwa einen Hinweis auf den Gold-Standard gibt, können Sie von einem geprüften Klimaprojekt ausgehen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie eine Bestätigung Ihrer Zahlung erhalten (häufig in Form eines PDF-Dokuments).
  • Möchten Sie mit Ihrer Zahlung noch andere Ziele verfolgen? Dann achten Sie auf Zusatzstandards, die diese Ziele berücksichtigen.

CO2-Emissionen über Fluggesellschaft ausgleichen

Bei einigen Fluggesellschaften können Kunden einen CO₂-Ausgleich entweder während oder nach der Buchung vornehmen lassen.

Die Airlines kooperieren in der Regel mit externen Partnern, sei es mit Wirtschaftsunternehmen oder gemeinnützigen Anbietern von Kohlendioxid-Kompensation.

Um ihren Kunden eine Kompensation zu ermöglichen, gehen die Airlines unterschiedlich vor.

Es gibt im wesentlichen folgende Verfahren:

  • Die Emissionen des Fluges werden nicht berechnet. Die Airline finanziert pro Jahr einen festen Betrag für Klimaschutzprojekte.
  • Der Kohlendioxid-Ausstoß bei Flügen wird automatisch von der Airline ausgeglichen.
  • Verbraucher können die Höhe der Kompensationszahlung frei wählen. Die Zahlung geht an eine unabhängige Klimaschutzorganisation.
  • Die Fluggesellschaft bietet ihren Kunden unabhängig von der tatsächlich verursachten Kohlendioxid-Menge an, einen festen, relativ niedrigen Betrag als Kompensation zu zahlen.
  • Die Airline berechnet mit einem CO₂-Rechner die Menge an Kohlenstoffdioxid, die durch den Flug verursacht wird. Dabei arbeitet sie mit einem externen Kompensationsanbieter zusammen.
  • Der CO₂-Anteil wird berechnet, aber es gibt keine Kompensationszahlung.
  • Manche Airlines bieten ihren Kunden bei der Buchung die Möglichkeit an, Biokraftstoff zu kaufen.

CO2-Ausgleichsprogramme von europäischen Airlines (Stand: Juli, 2023)

Greenwashing: Wie Airlines ihre Kunden täuschen können

Beim Greenwashing wird Kunden suggeriert, dass sie klimafreundlich fliegen, obwohl dies nicht der Fall ist.

Vor allem Fluggesellschaften, die eine CO₂-Kompensation anbieten, wird häufig vorgeworfen, dass sie sich somit ein besonders umweltfreundliches Image verleihen wollen.

Dies trifft beispielsweise zu, wenn die Höhe der angebotenen Kompensation zu niedrig angesetzt und dadurch nicht die Menge an Kohlendioxid ausgeglichen wird, die tatsächlich durch den Flug anfällt.

Darauf ist bei Fluggesellschaften zu achten

Es muss nachvollziehbar sein, wie die Airline die Höhe der Kohlendioxid-Menge und der Kompensation berechnet. Bietet die Airline einen Pauschalbetrag an, ist dies nicht transparent.

Kritisch sind auch die Verfahren, bei denen der Verbraucher die Höhe der Kompensation frei wählen kann. Auch hier kann nicht davon ausgegangen werden, dass die tatsächlich verursachte CO₂-Menge ausgeglichen wird.

Richten Sie sich im Zweifel nach den Werten des CO₂-Rechners des Umweltbundesamts.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nicht alle Airlines klar und verständlich über die Klimaschutzprojekte informieren.

Emissionen über eine unabhängige Organisation kompensieren

Es gibt weltweit eine Vielzahl von freien Anbietern, die ebenfalls CO₂-Kompensationen anbieten.

Je nach Anbieter wird hierbei ein Ausgleich für einzelne Flüge, aber auch weitergehende Kompensationen für andere Lebensbereiche angeboten, zum Beispiel Autofahren, Heizung, Strom, Ernährung.

Hier eine Auswahl (Stand: Juli, 2023):

CO2-Kompensation über ein Flugbuchungsportal

Bislang bieten nur wenige Buchungsportale ihren Kunden die Möglichkeit, ihren ökologischen Fußabdruck zu verbessern.

Auf dem Vergleichsportal idealo öffnet sich bei der Buchung ein neues Browserfenster, über das man auf die Internetseite des Kompensationsanbieters atmosfair weitergeleitet wird.

Das Buchungsportal Skyscanner kennzeichnet Flüge, die weniger als die durchschnittliche Menge an Emissionen ausstoßen.

Bei einer Suche auf Momondo, easyVoyage oder Grüner-Fliegen, können Sie die vorgeschlagenen Flugverbindungen nach dem Kohlendioxid-Ausstoß sortieren.

Nach der Auswahl eines Fluges wird zudem der Geldbetrag angezeigt, der zum Ausgleich der Emissionen erforderlich ist.

Im Anschluss an die Buchung ist es möglich, eine CO₂-Kompensation durchzuführen.

Wo treten Probleme bei der CO2-Kompensation auf?

Einige Kompensationszahlungen sparen kein Kohlendioxid ein. Hierfür kann es folgende Gründe geben:

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